15) Wie wollen Sie das Ziel der Klimaneutralität Dresdens bis 2035 erreichen?

Dirk Hilbert

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Albrecht Pallas

Die Energiewende muss Chefsache sein. Wir stehen auch in Dresden vor der größten Modernisierung unseres Industriestandorts seit 1990, wenn wir bis 2035 spätestens bis 2045 klimaneutral werden wollen. Die in den letzten 30 Jahren erreichten Erfolge hängen in Zukunft davon ab, Infrastruktur und Fertigkeiten für das klimaneutrale Zeitalter aufzubauen. Es geht um die Sicherung von Tausenden von Arbeitsplätzen. Wir haben sogar Kompetenzen von Unternehmen bei Zukunftstechnologien für Klimaschutz – die müssen wir aber auch nutzen. Doch statt diese Aufgabe anzugehen, wird in Dresden über die Begrünung von Bushäuschen gestritten. Dass sich Oberbürgermeister Hilbert und die Umweltbürgermeisterin gegenseitig die Schuld zu schieben, hier kaum vorangekommen zu sein, zeigt die Misere. Natürlich geht es darum, maximal Solardächer auf öffentlichen Gebäuden auszubauen. Es ist etwa ein Unding, dass den Stadtrat immer noch Vorlagen erreichen, wo für großflächige Supermärkte keine Solardächer vorgeschrieben sind.

Eva Jähnigen

Die Klimaneutralität Dresdens bis 2035 zu erreichen ist sehr wichtig und anspruchsvoll zugleich. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn Klimaschutz in Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft, anders als bisher, nicht allein als Fachaufgabe der Umweltverwaltung verstanden wird, sondern als die Summe aller notwendigen Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion in der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Stadtverwaltung.

Diese Maßnahmen müssen von der neuen Oberbürgermeisterin aus als Chefinnensache gesteuert und zusammengeführt werden. Hier kommt es insbesondere darauf an, dass die Oberbürgermeisterin ihre Stellung als Gesellschafterin in den städtischen Unternehmen der Ver- und Entsorgung und ganz besonders der SachsenEnergie AG lenkend und kontrollierend wahrnimmt und die Belange der Klimaschutzes, der Wirtschaft, des Wohnungs- und Bauwesens, der Mobilität, der Verbraucher*inneninteressen und der klimaneutral auszurichtenden Stadtverwaltung zusammenführt.

Dazu müssen wir auf den beschleunigten, flächendeckenden Umbau der Infrastruktur setzen und dürfen uns nicht auf einzelne Modell- und Pilotprojekte des Klimaschutzes begrenzen – so gut diese auch selbst sind. Weil das bisher fehlt und um dieses Hemmnis zu überwinden, habe ich mich als Oberbürgermeisterin beworben. Dazu werde ich für die notwendigen Maßnahmen und die Fortschreibung des Integrierten Energie- und Klimakonzeptes vom ersten Tag an die Instrumente nutzen, die ich bereits als Umweltbürgermeisterin geschaffen habe: den Klimaschutzstab als ressortübergreifende Stabstelle, die ressortübergreifende Lenkungsgruppe, den wissenschaftlichen Beirat und den Runden Tisch, an dem sich die Stadtratsfraktionen, die Stadtverwaltung, Klimaschutzinitiativen und Wirtschaft über Klimaschutzfragen austauschen und verständigen können. Den wissenschaftlichen Beirat und den Runden Tisch will ich in ein dauerhaftes Gremium zur Begleitung der Klimaschutzaktivitäten überleiten.

André Schollbach

Der Stadtrat beauftragte den amtierenden Oberbürgermeister bereits am 30. Januar 2020 – also vor mehr als zwei Jahren – mit der Überarbeitung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Landeshauptstadt Dresden. Dieser Beschluss ist bislang leider nicht erfüllt worden, bedarf aber dringend der Umsetzung. Dies sehe ich als wichtige anzupackende Aufgabe an, da diese Konzeption eine wichtige Grundlage der umzusetzenden Maßnahmen ist. Konkret schlage ich u. a. vor, die Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Niederwartha zu prüfen, eine Solaroffensive zur Installation für Solaranlagen für Dresden und Ostsachsen umzusetzen, das Konzept für Power-to-Gas verstärkt in den Blick zu nehmen sowie die Realisierung des Rad- und Fußverkehrskonzeptes voranzutreiben.

Dr. Martin Schulte-Wissermann

Dem Klimawandel zu begegnen ist DIE zentrale Aufgabe unserer Zeit. Dresden muss bis 2035 Klimaneutralität erreichen, dies ist nicht verhandelbar.
2020 rief der Stadtrat deshalb auf meine Initiative hin den „Klimanotstand“ aus. Leider ist zwischenzeitlich nicht genug geschehen, um Klimaschutz in unserer Stadt effektiv voranzutreiben.
Der Fahrplan zu einem klimaneutralen Dresden ist für alle, die sehen wollen, offensichtlich: Die Hauptverursacher von CO2-Emissionen – Wärme, Strom, Verkehr – müssen dekarbonisiert werden, was auf eine systemische Umstellung der Energieerzeugung zu Dezentralität, Erneuerbare Energien und Energieeinsparungen hinausläuft.
Es ist mir wichtig zu betonen, dass eine Umstellung auf Erneuerbare Energien langfristig die einzig ökonomisch zukunftsfähige Form der Energieerzeugung ist. Nur sie ist unabhängig von Energieimporten und Preissprüngen. Zwar sind die notwendigen Investitionen gewaltig – ca. 500 Mio €/Jahr allein für die Städtischen Unternehmen – allerdings amortisieren sich diese Investitionen in 10-15 Jahren.
Wer jetzt nicht radikal umsteuert, riskiert die ökologische und ökonomische Zukunftsfähigkeit Dresdens. 

Jan Pöhnisch

Wir sollten die Politik nicht allzu sehr mit der Wissenschaft verknüpfen, da es sich in der Forschung immer nur um temporär vorherrschende Lehrmeinungen handelt. Ich kann für mich feststellen, dass CO-2 mein Leben in keinster Weise beeinträchtigt.

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