28) Mit der Erderwärmung steigt die Temperatur in den Städten bis zu sommerlichen Hitzewellen an. Wie und wo wollen Sie die Mikroklimatisierung durch Bäume, Grünzüge und Wasserflächen für alle Dresdnerinnen und Dresdner vorantreiben (“hitzeresiliente Stadt”)?

Dirk Hilbert

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Albrecht Pallas

Es wird immer relevanter, solche Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. ich will den Anteil des Grüns in den Straßen deutlich erhöhen. Theoretisch steht an den Dresdner Straßen alle 30 Meter ein Baum. In Praxis stehen entlang einiger breiter Hauptstraßen zweireihig Straßenbäume, in den Nebenstraßen von dicht bebauten Stadtteilen jedoch gar keine. Ich will das Entsiegeln nicht mehr benötigter, zubetonierter Flächen vorantreiben. Es braucht zusätzliche Parks für Dresden. Als Beispielprojekt gilt uns die Entwicklung des Südparks an der Universität und der Promenadenring um die Altstadt. Und warum nicht auch mal eine Parklandschaft auf dem Dach eines großen Bürokomplexes errichten – wie es beispielsweise in Metropolen wie New York oder Shanghai üblich ist? Es braucht die Freihaltung von Frischluftachsen von Bebauung und ein Netz aus verbundenen Grünflächen durch die Stadt. ich unterstütze das Leitbild der „Kompakten Stadt im ökologischen Netz“. 

Eva Jähnigen

Als besonderen Schwerpunkt der Klimawandelanpassung sehe ich den überwärmten und sanierungsbedürftigen Teil der Stadt, der im Fachleitbild Stadtklima ausgewiesen ist.[1] Hier will ich die Möglichkeiten einer Begrünungssatzung zur Begrünung von Bauten mit einer vorbildlichen Begrünung öffentlicher Bauten, einem Förderprogramm zur Entsiegelung und naturnahen Bepflanzung von Innenhöfen und einer Beratung von Bauherr*innen durch eine neu eingerichtete Beratungsstelle verbinden und die entsprechenden Voraussetzungen finanziell und personell im Stadthaushalt untersetzen.

Stadtweit müssen angesichts der vielen klimawandelbedingten Baumverluste in den letzten Jahren mehr Bäume gepflanzt und die Ressourcen entsprechend erhöht werden. Neben Grünzügen und der Einrichtung weiterer Brunnen und Trinkbrunnen im öffentlichen Raum will ich dafür sorgen, dass Dresden zum Gesundheitsschutz eine Hitzeaktionsplanung erarbeitet und bei entsprechender Witterungslage mit vielen Akteuren besonders zum Schutz von alten Menschen, Kindern und gesundheitlich gefährdeten Gruppen umsetzt.


[1] Siehe dazu: 5.4 Fachleitbild Stadtklima – Planungshinweiskarte (dresden.de)

André Schollbach

In der gesamten Stadt sollen an möglichst vielen Stellen neue Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden und das Mikroklima verbessern. In diesem Zusammenhang wende ich mich nachdrücklich gegen eine übermäßige Nachverdichtung, die in der Regel zulasten der Anwohnerinnen und Anwohner geht, weiter zur Überhitzung beiträgt und vor allem der Renditeoptimierung von Bauträgern dient.

Dr. Martin Schulte-Wissermann

Zunächst wird es darum gehen, die Diskrepanz zwischen Reden und Handeln aufzuheben. Sehr viele Reden von der Wichtigkeit der “hitzeresilienten Stadt” – aber in den Haushalten der letzten Jahre findet sich kaum Geld dafür – und das wenige Geld wird oftmals zweckentfremdet ausgegeben. Ich werde für deutlich mehr finanzielle Mittel für z.B. Baumerhalt und Baumpflanzung sorgen.
Ebenfalls Teil der Diskrepanz zwischen Reden und Handeln sind die momentanen Ausbaupläne zur Königsbrücker Straße. Hier sollen in einem der am stärksten von Überwärmung betroffenen Stadtteile 121 z.T. sehr große Alleebäume abgeholzt werden. Anstatt der Fällung müssen hier die fehlende Baumstandorte nachgepflanzt werden, damit die historische, vierreihige Baumallee wieder erkennbar wird und sich die mikroklimatische Situation für die Bewohner·innen in der Äußeren Neustadt und im Hechtviertel verbessert und nicht verschlechtert.

Jan Pöhnisch

An diesem wichtigen Punkt finde ich es wichtig, ehrlich und offen mit den Dresdern und Dresderinnen zu sprechen: der Klimawandel ist unumkehrbar und wir sind alle am Arsch. Aber hey, wenn wir uns an die Hitze anpassen, können wir trotzdem noch eine schöne Zeit haben bis zum dritten Weltkrieg. Ich denke da an diese langen, weißen Kleider, wie die Moslems sie in der Wüste tragen. Nie wieder verschwitzte Schlüpfer! Wäre das nicht schön?

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