38) Rechtsextremistische Aufmärsche und Bestrebungen finden in Dresden zahlreiche Anknüpfpunkte. Wie wollen Sie das Rondell des Heidefriedhofs umgestalten, damit eine Gleichsetzung der Opfer der Shoa, der Opfer der deutschen Bombardierungen alliierter Städte und die Opfer des 13. Februar in Dresden beendet wird?

Dirk Hilbert

keine Antwort

Albrecht Pallas

In Dresden haben wir uns in der Vergangenheit mit einer breit aufgestellten Erinnerungskultur schwer getan. Noch heute ist etwa der “13. Februar” fester Bestandteil der politischen Debatte in unserer Stadt. Erst durch den Zusammenschluss verschiedenster Bündnisse und Initiativen konnten viele alte Gräben geschlossen und das Erinnern in Dresden langsam neu gedacht werden. Diesen neuen Konsens zu entwickeln, war harte Arbeit. Und ich danke allen, die sich daran beteiligt haben. Das will ich weiter vorantreiben. Ich unterstütze die Idee einen Gedenkort für die Shoa, um an die Deportation von Juden in Vernichtungs- und Konzentrationslager zu erinnern.

Eva Jähnigen

Als Oberbürgermeisterin werde ich gemeinsam mit Fachleuten und zivilgesellschaftlichen Initiativen ein Erinnerungskonzept erarbeiten und umsetzen lassen, das an vielen öffentlichen Orten an die Opfer des Nationalsozialismus, des Kolonialismus und von Menschenfeindlichkeit und Krieg erinnert. Dabei haben die Kennzeichnung des früheren Zwangsarbeiter*innenlagers „Hellerberg“ , des alten Leipziger Bahnhofes als Deportationsort sowie die kritische Kommentierung der Gedenkorte auf dem Heidefriedhof aus DDR-Zeit Priorität; sie sollen als erste Maßnahmen umgesetzt werden.

André Schollbach

Zu dieser Frage würde ich ein Bürgerforum durchführen, das nach § 10 der Bürgerbeteiligungssatzung dem gleichberechtigten Meinungsaustausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern mit Stadträtinnen und Stadträten, dem/der Oberbürgermeister/in und den Räten der örtlichen Ebene dient und in eine bestimmte Empfehlung zu einem Vorhaben münden soll.

Dr. Martin Schulte-Wissermann

Ich sehe die direkte kausale Verbindung von ‘Rechtsextremistischen Aufmärschen’ und dem ‘Rondell des Heidefriedhofs’ nicht. Was die jedoch durchaus fragwürde Botschaft des Rondells angeht, so bin ich überzeugt, dass jedwedes eigenmächtige Handeln eines OB nur schaden kann. Die Einordnung der historischen Schuld Deutschlands in den spezifischen Kontext Dresdens sowie die Selbsteinordnung Dresdens in die historische Schuld Deutschlands – dies ist mindestens etwas für eine größer angelegte gesellschaftliche Diskussion. Hier hat Dresden in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten gute wie schlechte Erfahrungen gemacht. Ich bin als OB gerne bereit, hier Formen des gesamtgesellschaftlichen Austauschs zu finden.

Jan Pöhnisch

Wir brauchen doch auch Humanmaterial für die Anklagebank der Schauprozesse, oder?
Möge man den verdammten Nazis einfach die Haut vom Leib ziehen. Und den Bullen gleich
mit.

Teilen:

Kommentare

Bisher keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.